Prinz Charles rät in der Vogue zu Second Hand Kleidung

September 7th, 2010  |  Published in Second Hand

Vintage Party Dress by flickr, WonderlaneDass Prinz Charles sich seit Jahren für den Umweltschutz einsetzt, dürfte bekannt sein. Nun hat er in einem Gastartikel für die US-Vogue Fashion-Victims dazu aufgefordert vermehrt auf Second Hand Kleidung zu setzen.

Damit hat Prinz Charles wohl voll und ganz ins Schwarze getroffen, denn schon seit langem ist der Vintage-Trend auf dem Vormarsch. Er versucht den Lesern nun klar zu machen, dass man durch Second Hand Klamotten nicht nur einem Trend hinterherläuft, sondern aktiv etwas für die Umwelt tut.

Das sogenannte Upcycling ist in Großbritannien und auch langsam bei uns wirklich angesagt. Das heißt man nimmt sich Second Hand Klamotten und peppt sie durch ein paar Veränderungen oder Accessoires auf. Das macht nicht nur Spaß, sondern hilft auch dabei den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern.

Gar nicht so falsch, dieser Prinz. Also merken, gebrauchte Dinge sind nicht nur trendy und sparen Geld, sondern sind auch gut für die Umwelt. Da machen wir doch gerne mit!

Upcycling – Der neue Trend

Juli 13th, 2010  |  Published in Aus alt mach neu

Taschen © marsupium

© marsupium

Die Nachfrage an ökologischen und fair gefertigten Produkten wächst immer weiter. In diesem Zusammenhang werden auch Flohmärkte und Second Hand Shops immer beliebter. Längst hat sich deren Bild vom schmuddeligen Hippie-Domizil zum Trend mit Kultcharakter gemausert.

So wird auch ein weiterer Trend, das sogenannte Upcycling, von dem wir an dieser Stelle bereits berichtet haben, immer beliebter. Etliche neue und kreative Designer stürzen sich dabei auf Materialien oder Gegenstände, die sonst auf dem Müll gelandet wären.

Das Label marsupium hat sich zum Beispiel alten Airbags verschrieben, die in stylishe Taschen verwandelt werden. Die Designer von Ars Rediseno machen aus alten Reißverschlüssen und Sicherheitsgurten bunte Broschen und Armbänder.

Wer besonders kreativ ist, kann sich das Upcycling auch zum Vorbild nehmen und selbst Hand anlegen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Alter Hut ist neuer Stoff für Kreative – Upcycling als Recycling mit Mehrwert

Oktober 13th, 2009  |  Published in Aus alt mach neu, Tipps und Tricks

Recycling ist, wenn aus gebrauchtem Material etwas Neues entsteht. Upcycling ist, wenn aus gebrauchtem Material etwas Neues, Wertvolleres entsteht. Recycling mit Mehrwert, ein Trend, den nur die Kinder der frühen Ökos erfinden konnten: Großgezogen in politisch korrektem Rohstoffknappheits- und Müllvermeidungs-Bewusstsein. Aufgewachsen in einer Zeit, in der durch unendliche Vervielfältigung digitaler Güter die Limitierung an neuem Wert gewonnen hat. Nach dem Sparen wurden Re-, und dann Upcycling von Kreativen durch Verfeinerung zum Trend. Umweltschutz ist dabei nicht mehr das Wesentliche, aber Upcycling ist chique!

Warum mögen immer mehr Menschen Schmuck aus breitgelatschten Flip Flops, Plastikbeutel-Kosmetiktaschen oder Zahnbürstenhalter aus Tennisbällen? Solche Artikel haben meist Gebrauchsspuren, sind zugleich oft teurer als ihre industriell gefertigten Artgenossen und entziehen sich damit der üblichen Marktlogik. Upcyling ist ein Trend, der auf den ersten Blick eigenwillig erscheint – auf den zweiten Blick aber viele Streams unserer Zeit konsequent vereint.

Ressourcenschonung und Müllvermeidung
Menschen in den Industriestaaten produzieren zu viel Müll. Der Umstand ist bekannt, die Antwort etabliert: Produkte aus z.B. Recycling-Papier verwenden viele Leute fast täglich. Weißblech-, Plastik- und Altglas-Container gehören zum Stadtbild. Zum kenyanischen Küstenbild hingegen gehören 20.000 Tonnen angeschwemmte Flip Flops – jährlich. Die dort lebenden Menschen machen das Beste daraus: Die Gummilatschen werden zu Ketten und Skulpturen verarbeitet, der Erlös finanziert Hilfsprojekte . Nebenbei profitiert das Ökosystem von der Müllbeseitung: Kleine Babyschildkröten finden wieder den Weg ins Meer.

Reparieren statt Wegwerfen
Ähnlich politisch korrekt, das “Refurbishing”: Instandsetzen und Überholen von geringfügig defekten Produkten. Ein Beispiel ist der runderneuerte Autoreifen. Oder weitgreifender: Was in den Industriestaaten nicht mehr verwendet wird, ermöglicht in weniger entwickelten Ländern eine sonst nicht leistbare Grundversorgung.

Traditionelle Zweckentfremdung
Wiederverwendet wird auch bei uns: Wenn aus alten T-Shirts Putzfetzen geschnitten werden oder in leeren Joghurtbechern die Kresse sprießt, dann verströmt dieser (durchaus vernünftige) Umgang häufig den Muff freudlosen Sparens. Der Hightech-Feudel oder die Kressezucht-Station machen in der Designerküche doch mehr her.