Rebel Fashion – Vom Vorhang zum Designer-Mantel

Februar 9th, 2010  |  Published in Aus alt mach neu

Rebel FashionSo langsam setzt bei vielen Menschen ein Umdenken in Sachen ökologischer Mode ein. Keinen Frage, Green Fashion boomt. Dazu gehören natürlich nicht nur Textilien aus fairem Handel oder ökologischer Produktion, sondern auch das Recyceln von Stoffen und Kleidung.

Einen interessanten Ansatz liefert hier das Label Rebel Fahion, das sich auf letztere Form der Green Fashion spezialisiert hat. Bei ihnen landen alte Vorhänge, Bettwäsche, Polsterbezüge usw. nicht einfach im Altkleidercontainer, sondern daraus wird einfach neue Mode gemacht.

Aus alten Samtvorhängen werden Mäntel und aus der aussortierten Bettwäsche ein legerer Anzug.

Und wenn Rebel Fashion mit den Stücken fertig ist, sieht man ihnen zum Glück ihr vorheriges Dasein nicht mehr an.

Wir finden diese Idee klasse!

Alter Hut ist neuer Stoff für Kreative – Upcycling als Recycling mit Mehrwert

Oktober 13th, 2009  |  Published in Aus alt mach neu, Tipps und Tricks

Recycling ist, wenn aus gebrauchtem Material etwas Neues entsteht. Upcycling ist, wenn aus gebrauchtem Material etwas Neues, Wertvolleres entsteht. Recycling mit Mehrwert, ein Trend, den nur die Kinder der frühen Ökos erfinden konnten: Großgezogen in politisch korrektem Rohstoffknappheits- und Müllvermeidungs-Bewusstsein. Aufgewachsen in einer Zeit, in der durch unendliche Vervielfältigung digitaler Güter die Limitierung an neuem Wert gewonnen hat. Nach dem Sparen wurden Re-, und dann Upcycling von Kreativen durch Verfeinerung zum Trend. Umweltschutz ist dabei nicht mehr das Wesentliche, aber Upcycling ist chique!

Warum mögen immer mehr Menschen Schmuck aus breitgelatschten Flip Flops, Plastikbeutel-Kosmetiktaschen oder Zahnbürstenhalter aus Tennisbällen? Solche Artikel haben meist Gebrauchsspuren, sind zugleich oft teurer als ihre industriell gefertigten Artgenossen und entziehen sich damit der üblichen Marktlogik. Upcyling ist ein Trend, der auf den ersten Blick eigenwillig erscheint – auf den zweiten Blick aber viele Streams unserer Zeit konsequent vereint.

Ressourcenschonung und Müllvermeidung
Menschen in den Industriestaaten produzieren zu viel Müll. Der Umstand ist bekannt, die Antwort etabliert: Produkte aus z.B. Recycling-Papier verwenden viele Leute fast täglich. Weißblech-, Plastik- und Altglas-Container gehören zum Stadtbild. Zum kenyanischen Küstenbild hingegen gehören 20.000 Tonnen angeschwemmte Flip Flops – jährlich. Die dort lebenden Menschen machen das Beste daraus: Die Gummilatschen werden zu Ketten und Skulpturen verarbeitet, der Erlös finanziert Hilfsprojekte . Nebenbei profitiert das Ökosystem von der Müllbeseitung: Kleine Babyschildkröten finden wieder den Weg ins Meer.

Reparieren statt Wegwerfen
Ähnlich politisch korrekt, das “Refurbishing”: Instandsetzen und Überholen von geringfügig defekten Produkten. Ein Beispiel ist der runderneuerte Autoreifen. Oder weitgreifender: Was in den Industriestaaten nicht mehr verwendet wird, ermöglicht in weniger entwickelten Ländern eine sonst nicht leistbare Grundversorgung.

Traditionelle Zweckentfremdung
Wiederverwendet wird auch bei uns: Wenn aus alten T-Shirts Putzfetzen geschnitten werden oder in leeren Joghurtbechern die Kresse sprießt, dann verströmt dieser (durchaus vernünftige) Umgang häufig den Muff freudlosen Sparens. Der Hightech-Feudel oder die Kressezucht-Station machen in der Designerküche doch mehr her.